Warum auch immer kann ich heute Nacht schlecht schlafen. Also stehe ich um 6 Uhr auf und fange an, meine Siebensachen zusammenzusammeln. Dabei hab ich Folgendes im Hinterkopf: Ich habe „bid for space“ bei Scoot bekommen und fliege wieder Business. Damit darf ich 30 Kilo Gepäck mitschleppen. Es muss aber alles in meine Tasche passen. Also rolle ich alles zusammen, was gerollt werden kann. T-Shirts, Hosen, Hemden. Das lege ich alles fein säuberlich getrennt nach Getragen und Ungetragen auf mein Bett. Auch meine Kulturtasche kann ich schon weitestgehend packen. Ebenso meinen Minirucksack. Hier kommt all der lose Firlefanz rein, der mich immer begleiten darf: Vom Leatherman über Kabelbinder, Maulys bis hin zu Magneten, Messer und Schere.
Dann verlasse ich noch mal das Haus. Essen gehe ich in der Nähe von Bukit Gombak, auf einem kleinen Markt gibt es gute indische Spezereien. Ein Katze liegt schlafend auf einem Stuhl, hier lasse ich mich nieder. Die Katze beschnuppert mich und siedelt auf meinen Schoß über, wo sie pflichtgemäß bekrault wird und sich ein leises Schnurren abringt.
Ich esse Biriyani Reis mit Lamm. Köstlich!
Auf dem Markt nebenan erstehe ich letzte Souvis, wie ein paar Rambutan, 4 Dosen Ayam Thunfisch mit Chilli. Zurück im Zimmer packe ich weiter. Nun kommt alles in die Tasche – natürlich bis auf den Kram, den ich anziehen will und das Toilettenzeug, dass ich zum duschen und deodorieren brauche. Die Tasche ist gut gefüllt, aber es gibt noch Lücken. So kann etwa ein Duschgel doch noch mitreisen…
Nun lese ich noch ein wenig. Das wird mir aber bald zu langweilig und so beschieße ich, schon jetzt zum Flughafen zu fahren. Wo ich mich langweile ist schließlich egal.
Vor der Haustür fange ich ein Taxi ein. Der Fahrer freut sich. So macht er zum Schichtende noch eine handvoll Dollar.
Während er an der Ampel steht, faltet er aus einem Bon schnell ein Hemd. Sogar mit Krawatte! Er schenkt es mir.
Obwohl ich viel zu früh dran bin, kann ich mir schon meine Bordkarte holen und mein Gepäck abgeben. Das macht man ja heute alles selbst an Maschinen. Pass einscannen, Barcode auf dem Ausdruck der Flugunterlagen ebenso und schon spuckt eine Maschine die Bordkarte für den online gebuchten Platz und den langen Kleber für das Gepäck aus. Dann zum nächsten Automaten. Hier wird die Tasche eingestellt, wieder der Pass und diesmal die Bordkarte gescannt. Es wird ein Aufkleber ausgespuckt, auf dem „HEAVY“ steht, weil meine Tasche knapp 25 kg wiegt.
Der Aufkleber wird auch noch angebracht, dann ein Knöpfchen gedrückt, die Tasche verschwindet und ein Beleg wird ausgedruckt, der bestätigt, dass ich ein Gepäckstück aufgegeben habe… Sehr einfach!
Dann gehe ich ins gegenüberliegende Jewel. Ein echtes Juwel! Durch das Dach ergießt sich ein Wasserfall und klatscht in eine riesige Schüssel auf dem Boden. Ringsherum, in einer Art Amphitheater, tummeln sich Pflanzen und Reisende friedlich nebeneinander. Und drumherum ein … ??? na was wohl??? JAAAA! Ein Shopping Center, wer hätte das gedacht.
Zurück in Terminal 1 setze ich mich zum Kinetic Rain und genieße das Spiel der kupferfarbenen Tropfen.
Ich begeb mich zur Passkontrolle. Auch hier greift die Automatisierung um sich. Pass einscannen. Eine Tür öffnet sich. Das Gesicht wird gelesen. Dann geht ein Lämpchen an… der Daumen will auch gescannt werden. Besser gesagt, der Fingerabdruck des Daumens. Endlich öffnet sich ein weiteres Türchen und man ist wieder frei. Fast wie beim Adventskalender… so viele Türchen…
Der Hunger treibt mich an einen Asiastand und ich ordere Reis mit Rind. Chillies kann man sich auch nehmen. Das Fleisch entpuppt sich als eine Art Bolognaise Sauce… somit bleiben die Chillies und der Reis das einzig asiatische.
Bei Starbucks verbrate ich die letzten Dollars und genehmige mir nacheinander zwei Kaffee Latte, einer als Grande, einer als Venti – was heißt denn nun bitte Venti?
Die Zeit schleicht so dahin doch endlich wird das Gate geöffnet und ich stürze als Erster rein. Suche mir dann einen Platz. Anscheinend bin ich der einzige Fluggast, der kein Wasser in eine leere Flasche füllen muss… dabei fällt mir auf, wie runtergekommen die Fluggäste aussehen. In ausgebeulten Jogginghosen bin ich jedenfalls noch nie geflogen. Kurze Hosen und Sandalen kommen auch gut. Hat sich noch nicht herumgesprochen, dass in Berlin nur 2°C anliegen?
Auch egal, ich muss ja nicht frieren…

 

Bleibt abzuwarten, wann mein Heimweh nach Singapur wieder einsetzt.

Kategorien: Singapur 2020

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